Fragment#1

Gelächter, Tellerklappern, schmatzende Gesichter. Ich sitze in der Mensa. Es sind Semesterferien, endlich mal entspannen und nicht die ganze Zeit an Uni denken. Man könnte wegfahren und die Welt sehen oder einfach den ganzen Tag mit einer Serie und Cola im Bett liegen. Und ich sitze in der Mensa und kratze mit meiner Gabel über den Teller, schiebe meine Nudeln hin und her. Ich bin unzufrieden mit mir, weil ich weiß, dass ich nicht aufessen werde, aber das ist ja nichts neues. Da ich für gewöhnlich immer alleine in die Mensa gehe, macht es mir nichts aus, ohne Gesprächspartner oder ähnlichem an diesem großen Tisch zu sitzen und gedankenverloren Löcher in die Luft zu starren. Ich höre nebenbei auf einem Ohr Musik und bin zufrieden damit. Außerdem komme ich so mal dazu, die neusten Nachrichten zu lesen. Wobei „neu“ natürlich relativ ist. „In deiner Nähe beliebt“ sind die immer gleichen Themen. Irgendwas mit Handys. Irgendwas mit Fußball. Irgendwas mit Politik. Man kennt es fast schon auswendig. Ein Thema, was in Dresden immer gut läuft, sind Flüchtlinge. Und natürlich Fremdenhass. Täglich grüßt das Murmeltier…
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